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Medizinische Information

IBD beim Hund

IBD – Inflammatory bowel disease beim Hund

IBD bedeutet entzündliche Darmerkrankung des Hundes. Die genaue Häufigkeit ist nicht bekannt. Sie ist definiert als ein Spektrum gastrointestinaler (also den Magen-Darmtrakt betreffender) Erkrankungen mit chronischer Entzündung des Magens, Dünn- und/oder Dickdarms unklarer Ursache.
Die Diagnose wird als Ausschlussdiagnose gestellt, d.h. andere, die Symptome erklärende Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Die Diagnose wird üblicherweise gestellt bei andauernden Magen-Darm-Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Bluterbrechen oder blutig-/schleimiger Kotabsatz, die durch übliche Therapien gegen Parasiten, auf Antibiotika oder andere übliche Magen-Darm-Therapien nicht ansprechen. Zudem muss in weiterführenden Untersuchungen (Kotproben auf Parasiten, Bakterien und v.a. Giardien, Blutuntersuchungen inklusive CRP, Folsäure, Vitamin B12, Schilddrüsenwerte, Pankreas- und Leberwerte, Nierenwerte, Ultraschall, Röntgen etc.) eine sonstige Ursache ausgeschlossen werden. Eine Probeentnahme bei einer endoskopischen Untersuchung (Magen- und/oder Darmspiegelung) mit typischem histologischen Bild sichert üblicherweise die Diagnose.
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Der Grund der Erkrankung ist weiterhin unklar. Die aktuell verbreitetste Theorie ist die Hypersensitivitäts-Reaktions-Theorie. Hierbei vermutet man, dass die Schleimhaut des Magen-Darmtrakts ihre natürliche Toleranz gegen Bakterien und Nahrungsmittel verliert und dies zu einer überschießenden Entzündungs- und Abwehrreaktion führt. Das bedeutet, dass z.B. bestimmte Futtermittel oder normale Darm-Bakterien als „fremd“ und „gefährlich“ erkannt werden und das Immunsystem durch Entzündungsreaktionen versucht, diese „Eindringlinge“ abzuwehren Somit wäre ein überschießendes Immunsystem Ursache der Erkrankung.
Eine andere Theorie besteht in einer Überwucherung des Dünndarms durch Bakterien. Zudem werden auch genetische Faktoren vermutet, weil bestimmte Formen der IBD eine Rassedisposition zeigen (Boxer, Schäferhund, SharPei, Basenji) (Rotter 2005). Wahrscheinlich ist das Einwirken verschiedener Faktoren, die zur Auslösung der Erkrankung führen.
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Die Erkrankung wird als chronisch angesehen und verläuft häufig schubartig.
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Die meisten erkrankten Tiere benötigen eine lebenslange Therapie.
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Literatur:
Zentek J; Hellweg P; Khol-Parisini A; Weingart C; Kohn B; Münster M, Kleintierpraxis, 52 (6), 2007, 356 – 367
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2693/pdf/RotterSilke-2005-12-02.pdf
Jergens AE, et al (2003): A scoring index for disease activity in canine inflammatory bowel disease. In: J Vet Intern Med. 2003 May-Jun;17(3):291-7.
2005 Report From: WSAVA Gastrointestinal Standardization Group (http://www.wsava.org/GIStandards1.htm)

Stand der Recherche 07/2010

gekürzt, Copyright: Vera Engelbertz

Vielen Dank an Frau Engelbertz für die Erlaubnis Ihren Artikel auf meiner Homepage zur Verfügung stellen zu dürfen.

Der vollständige Artikel kann hier nachgelesen werden: Artikel von Frau Engelbertz